Studienprojekte

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2014 | Prospektion an den Ufern des Beetzensees

Im Sommersemester 2014 wurde mit einem umfassenden Prospektionsprojekt im Bereich des Beetzsees in der Nähe der Stadt Brandenburg begonnen. Der Fundplatz umfasst ein mehrphasiges Siedlungsareal mit Blick über die Seenlandschaft. Aufgrund der intensiven agrarischen Nutzung des Geländes mit einhergehender Bodenerosion sind seit zwei Jahren erhebliche Zerstörungen der Denkmalsubstanz zu vermuten. Ausgepflügte Steine und Brandreste, vor allem aber die sehr zahlreichen Keramikfunde belegen eine Nutzung des Geländes

  • in der jüngeren Bronzezeit,
  • der vorrömischen Eisenzeit,
  • der römischen Kaiserzeit,
  • während der Völkerwanderungszeit,
  • der slawischen und
  • der hochmittelalterlich-deutschen Phase.

Zahlreiche Fundstücke

Im Rahmen des Prospektionsseminars wurden verschiedene Untersuchungsmethoden in Teilbereichen der Siedlungsfläche angewandt. Mit den durchgeführten geomagnetischen Messungen ließ sich einerseits eine im Luftbild erkennbare Grabenumfriedung bestätigen. Andererseits wurden Gruben und Herdstellen in großer Zahl ermittelt, womit sich die hohe Dichte der Besiedlung bestätigt. Der bemerkenswerteste Befund ist eine ringförmige Grabenanlage mit ca. 40 Meter Außendurchmesser, zentral im Fundplatzbereich gelegen. Sie deutet auf die Existenz einer hochmittelalterlichen Turmhügelburg hin.
Weiterhin wurden systematische Einzelfundaufnahmen durchgeführt und bislang ca. 6.200 Funde erfasst. In der noch laufenden Auswertung soll versucht werden, die verschiedenen Siedlungsphasen über datierbare Funde räumlich auszuweisen. Damit lassen sich einerseits Aktivitätszonen und Handwerksbereiche identifizieren, andererseits sollen darüber potenzielle Grabungsflächen besser eingegrenzt werden. Das Projekt wird im Frühjahr und Sommer 2015 fortgesetzt. Mittelfristig soll auch das regionale Umfeld betrachtet werden, um Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft auf die Erhaltung der Bodendenkmale zu analysieren.

2011 | Auf der Suche nach dem Klostergutshof von Schönerlinde

Am nördlichen Stadtrand von Berlin deutet der Flurname „Altenhof“ auf die Lage einer untergegangenen Hofstelle hin. Hierbei handelte es sich um einen mittelalterlichen Klostergutshof, der zum Kloster Lehnin gehörte. Seine Gründungszeit liegt in der Mitte des 13. Jahrhunderts. In der jüngeren Vergangenheit lieferte der Platz immer wieder Oberflächenfunde, zumeist Keramikscherben und Ziegelbruch. Geomagnetische Untersuchungen, die bereits im Jahre 2004 von der HTW Berlin vorgenommen wurden, erbrachten erste Hinweise zur Lage mittelalterlicher Baureste. Sehr gezielt konnte daher im Mai 2011 mit umfangreicheren Sondierungen begonnen werden. In einer Tiefe von über einem Meter wurden Reste einer Warmluftspeicherheizung freigelegt. Sie ist anhand von Keramikfunden in das 13./14. Jahrhundert zu datieren. Erhalten waren die gut 3 m lange, aus Ziegeln errichtete Brennkammer und Reste eines vorgelagerten Arbeitsraumes, der mit großen Feldsteinen eingefasst war. Die Heizungsanlage dürfte zu einem repräsentativen Gebäude mit gehobenem Wohnkomfort gehört haben.

2010 | Voruntersuchungen auf dem Fundplatz Beelitz

Nahe der Kleinstadt Beelitz befindet sich ein bekanntes Bodendenkmal, welches seit mehreren Jahren vor allem Funde der frühen römischen Kaiserzeit erbringt. Die Maßnahme begann mit einer systematischen Feldbegehung nach Oberflächenfunden auf einer Fläche von ca. 2 Hektar. Bei den mehr als 4.200 Funden handelt es sich zumeist um Keramikscherben unterschiedlicher Zeitstellung sowie um einzelne Eisenschlacken und Silexartefakte. In einem zweiten Schritt wurde eine geomagnetische Untersuchung zur Lokalisierung archäologischer Befunde durchgeführt. Erste Probegrabungen bestätigten die zuvor interpretierten Befunde, bei denen es sich hauptsächlich um Herdstellen handeln dürfte. Die geborgenen Keramikmaterial sind in die jüngere Bronzezeit zu datieren. Dem germanischen Siedlungshorizont konnten bislang keine Befunde sicher zugeordnet werden. Die Fundstelle ist durch die gegenwärtige Ackernutzung stark gefährdet.